Mahnung Freenet Inkasso Lycos

Dienstag, 15. September 2009 |  Autor: Dominik Laube

Heute habe ich eine Zahlungsaufforderung von RE** Inkasso erhalten.

Inkassoauftraggeber: freenet AG, Büdelsdorf
Forderung: RE 08.10.2008, RE 10.09.2008, RE 07.11.2008, RE 11.12.2008

Hauptforderung: 59,50 EUR
Mahnkosten der Auftraggeberin: 18,00 EUR
Inkassokosten: 45,00 EUR
Kontoführungsgebühr: 18,00 EUR
Ermittlungskosten: 3,70 EUR
Verzugszinsen 5%-Punkte über Basiszins% p.a. bis 14.09.2009 2,18 EUR
Gesamtforderung: 146,38 EUR

Ich habe mit Freenet noch nie etwas zutun gehabt, außer eine Prepaidkarte, die ich mal bei der METRO gekauft habe und daher habe ich gleich die 01805-Nummer des Inkasso-Büro´s angerufen, um mich zu erkundigen, was das für offene Forderungen sein sollen.

Die Dame am anderen Ende war ganz nett und hat mir erklärt, dass die Forderungen aus Webhosting-Verträgen von Lycos sind. Ok … mit Lycos hatte ich 2007 mal etwas zutun. 2 Domains wurden dort bestellt. Da mir das Webhostingangebot von Lycos überhaupt nicht zusagte, habe ich die Webhostingpakete im Kundenaccount gekündigt. Damals gab es bei Lycos die Möglichkeit, die Domain zu verlängern oder halt nicht. Ich habe die Domains nicht verlängert, trotz ständigen Mitteilungen von Lycos, dass der Vertrag ausläuft und die Domains gelöscht werden, wenn ich nicht sofort die Verlängerung einwillige.

Natürlich wollte ich bei Lycos nicht länger als nötig bleiben und habe auch “nachweislich” alle Rechnungen bezahlt, die Lycos uns zugestellt hat. Von Rechnungen aus 09/2008, 10/2008, 11/2008 und 12/2008 wissen wir nichts. Weder haben wir per Email noch per Post diese Rechnungen erhalten.

Daher sind auch die Mahnkosten i.H.v. 18,00 EUR nicht nachvollziehbar. Wir haben der jungen Dame gesagt, dass wir die Mahnung nicht akzeptieren und auf den Mahnbescheid warten, um diesen zu Widerrufen und die Geschichte vor Gericht zu bringen.

Was hat Freenet eigentlich mit Lycos zutun?
Warum treibt Freenet Rechnungen von Lycos ein?

Ich habe jetzt erstmal die besagten Rechnungen angefordert.



Nachtrag 19.9.2009
Heute habe ich die angeforderten Unterlagen erhalten. Daraus geht hervor, dass es sich nicht, wie angenommen, um Lycos-Webhosting handelt, sondern um einen DSL123-Tarif von Freenet.

Hier liegen Rechnungen aus 2008/2009 vor. Ich selbst bin seit 2003 Kunde bei der Telekom und habe dort schon immer meinen Telefonanschluss mit DSL. Also unverständlich, wie ich auf einmal an einen Freenet-DSL gekommen bin.

Ich habe natürlich nochmal bei dem Inkassobüro angerufen. Hier konnte man mir auch nicht genau sagen, wie und wann der Vertrag zustandegekommen ist. Das Kurriose ist, der Vertrag läuft auf meine “alte” Firmen-Adresse in Merseburg, obwohl ich seit 2006 in Berlin lebe.

Ich denke, dass jemand auf meinen Namen den Vertrag abgeschlossen hat, um die Provision zu kassieren. Das es möglich ist, wurde mir auch am Telefon bestätigt. Schließlich stehen meine Daten auf jeder Rechnung und ein DSL-Vertrag kann ohne Probleme mit diesen Daten im Internet angemeldet werden.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn es wieder etwas Neues in dieser Sache gibt.

 

Nachtrag 21.10.2009
Heute habe ich erneut Post von Real Inkasso erhalten. Wie erwartet ohne Kopie des besagten Vertrages. Dafür allerdings eine nette Begründung:

Verträge wie der vorliegende werden ausschließlich unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln geschlossen. Dabei ist vom Kunden keine Unterschrift zu leisten; eine Vertragsurkunde wird nicht vorausgesetzt.

Jetzt habe ich mich doch entschlossen, unseren Anwalt einzuschalten. Dieser ist Fachanwalt für Internetrecht und wird sich nun um diese Angelegenheit kümmern. Sobald ich etwas Neues habe, werde ich es hier veröffentlichen.

 

Nachtrag 31.10.2009

Heute wurde durch unseren RA Robert Rogge aus Berlin diese Angelegenheit übernommen. Sollte sich Real Inkasso nicht kooperativ zeigen, werden wir den gerichtlichen Weg einschlagen.

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Thema: Allgemein

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